Obstbäume pflanzen im Herbst
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Obstbäume pflanzen im Herbst: Welche Sorten sich besonders eignen – jetzt den Grundstein für die nächste Ernte legen
Wenn sich der Garten langsam in Rot, Gold und Braun färbt, die ersten Blätter über den Rasen wirbeln und morgens plötzlich dieser unverwechselbare Duft nach feuchter Erde in der Luft liegt, denken viele Hobbygärtner vor allem ans Aufräumen. Beete werden abgeräumt, Gartengeräte verstaut und empfindliche Pflanzen winterfest gemacht. Dabei beginnt gerade jetzt eine der besten Zeiten, um Neues wachsen zu lassen.
Obstbäume pflanzen im Herbst ist nämlich für viele Arten nicht nur möglich, sondern sogar ausgesprochen sinnvoll.
Auf den ersten Blick klingt das vielleicht widersprüchlich. Schließlich steht der Winter vor der Tür. Warum sollte man ausgerechnet jetzt einen jungen Apfel-, Birnen- oder Pflaumenbaum in die Erde setzen? Die Antwort steckt unter der Oberfläche: Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können die Wurzeln weiterwachsen. Während die Krone ruht, konzentriert sich der junge Baum auf das, was später über sein gesamtes Leben entscheidet – ein kräftiges Wurzelsystem.
Und genau darin liegt der große Vorteil.
Wer im Herbst pflanzt, verschafft seinem Obstbaum häufig einen wichtigen Vorsprung gegenüber einer Frühjahrspflanzung. Doch nicht jede Sorte und jede Baumform ist gleichermaßen geeignet. Standort, Boden, Winterhärte und Bestäubung spielen ebenfalls eine Rolle.
Welche Obstsorten sind also besonders empfehlenswert? Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt? Und wie verhindert man typische Fehler, die erst Monate später sichtbar werden?
Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.
Warum der Herbst für Obstbäume so günstig ist
Für viele heimische und winterharte Obstgehölze ist der Zeitraum zwischen Oktober und dem Beginn stärkerer Fröste geradezu ideal.
Nach dem Laubfall befindet sich der Baum in seiner Ruhephase. Er muss keine Blätter versorgen, keine Früchte bilden und kaum Energie in neue Triebe investieren. Die vorhandenen Reserven können deshalb verstärkt in die Wurzelbildung fließen.
Und genau das zahlt sich im nächsten Frühjahr aus.
Ein im Herbst gepflanzter Baum kann, sobald die Temperaturen steigen, direkt durchstarten. Seine Wurzeln haben bereits Kontakt zur umgebenden Erde hergestellt und können Wasser sowie Nährstoffe aufnehmen.
Bei einer Frühjahrspflanzung müssen dagegen Wurzelwachstum, Austrieb und möglicherweise sogar die erste Blüte praktisch gleichzeitig stattfinden. Das bedeutet Stress.
Die wichtigsten Vorteile der Herbstpflanzung
Eine Herbstpflanzung bietet gleich mehrere Pluspunkte:
- Der Boden besitzt nach dem Sommer noch Restwärme.
- Herbstregen hält die Erde häufig auf natürliche Weise feucht.
- Der junge Baum verdunstet ohne Laub deutlich weniger Wasser.
- Neue Feinwurzeln können sich bereits vor dem Winter bilden.
- Im folgenden Frühjahr steht mehr Energie für den Austrieb zur Verfügung.
- Der Bewässerungsaufwand ist meist geringer als bei einer späten Frühjahrspflanzung.
- In Baumschulen ist die Auswahl wurzelnackter Obstbäume im Herbst besonders groß.
Das klingt ziemlich überzeugend, oder?
Ganz ohne Einschränkungen geht es allerdings nicht. Empfindliche Obstsorten und ausgesprochen frostgefährdete Standorte verdienen eine etwas vorsichtigere Behandlung.
Wann sollte man Obstbäume im Herbst pflanzen?
Als Faustregel beginnt die klassische Pflanzzeit nach dem Laubfall.
Je nach Region und Wetterlage liegt der ideale Zeitraum häufig zwischen Oktober und Ende November. In milden Gegenden kann sogar noch im Dezember gepflanzt werden, solange der Boden frostfrei und gut bearbeitbar ist.
Entscheidend ist weniger der Kalender als der Zustand des Bodens.
Ist die Erde weich genug, um ein ordentliches Pflanzloch auszuheben? Dann kann grundsätzlich noch gepflanzt werden.
Problematisch wird es dagegen bei:
- dauerhaft gefrorenem Boden,
- stark vernässter Erde,
- unmittelbar bevorstehenden extremen Frostperioden,
- sehr schweren Böden mit Staunässe.
Wer einen wurzelnackten Obstbaum kauft, sollte ihn möglichst schnell einpflanzen. Die ungeschützten Wurzeln dürfen keinesfalls längere Zeit austrocknen.
Welche Obstbäume eignen sich besonders für die Herbstpflanzung?
Vor allem robuste, winterharte Kern- und Steinobstarten kommen mit einer Pflanzung im Herbst hervorragend zurecht.
Besonders geeignet sind:
- Apfelbäume
- Birnbäume
- Pflaumen und Zwetschgen
- Süß- und Sauerkirschen
- Mirabellen
- Renekloden
- Quitten an geschützten Standorten
Bei wärmeliebenden Arten wie Pfirsich, Aprikose oder Nektarine sieht die Sache etwas anders aus. In milden Weinbaugebieten funktioniert eine Herbstpflanzung durchaus. In raueren Regionen ist jedoch häufig das Frühjahr die sicherere Wahl.
Apfelbäume – Klassiker für die Herbstpflanzung
Wenn es einen Obstbaum gibt, der wie geschaffen für die klassische Herbstpflanzung wirkt, dann ist es der Apfelbaum.
Äpfel sind vergleichsweise robust, viele Sorten ausgesprochen frosthart und für unterschiedlichste Gartengrößen erhältlich. Vom kleinen Spindelbaum bis zum stattlichen Hochstamm ist praktisch alles möglich.
Bewährte Apfelsorten für den Garten
Interessant sind unter anderem:
Boskoop
Der Boskoop ist ein alter Klassiker mit großen, aromatischen und leicht säuerlichen Früchten. Besonders beliebt ist er zum Backen, für Apfelmus und zum Einlagern.
Er bevorzugt einen nährstoffreichen Boden und etwas Platz.
Topaz
Topaz verbindet kräftiges Aroma mit einer vergleichsweise guten Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Apfelkrankheiten. Die Früchte schmecken süß-säuerlich und lassen sich gut lagern.
Gerade für Hausgärten ist die Sorte interessant.
Elstar
Saftig, aromatisch und angenehm süß-säuerlich – kein Wunder, dass Elstar so bekannt geworden ist.
Die Sorte bevorzugt allerdings eher günstige, nicht zu raue Standorte.
Goldparmäne
Wer alte Obstsorten mag, sollte die Goldparmäne im Blick behalten. Ihr würziges Aroma unterscheidet sich deutlich von vielen modernen Supermarktäpfeln.
Allerdings verlangt sie etwas mehr Aufmerksamkeit bei Standort und Pflege.
Rubinola
Rubinola liefert aromatische Früchte und wird aufgrund ihrer guten Eigenschaften gern im privaten Garten angebaut.
Unabhängig von der Sorte gilt jedoch: Auf die richtige Unterlage kommt es an.
Sie bestimmt maßgeblich, wie groß der Baum später wird.
Die Unterlage entscheidet über die Baumgröße
Dieser Punkt wird beim Obstbaumkauf erstaunlich oft übersehen.
Ein und dieselbe Apfelsorte kann je nach Veredelungsunterlage ein relativ kleiner Baum oder ein mächtiger Hochstamm werden.
Wer nur einen kleinen Garten besitzt, sollte deshalb nicht allein auf den Sortennamen schauen.
Schwach wachsende Unterlagen eignen sich beispielsweise für kleinere Baumformen. Stärker wachsende Unterlagen ergeben dagegen größere, langlebige Bäume, benötigen aber entsprechend mehr Platz.
Fragen Sie beim Kauf deshalb unbedingt:
Wie groß wird dieser Baum tatsächlich?
Ein vermeintlich kleiner Jungbaum kann nach zehn oder fünfzehn Jahren eine beeindruckende Krone entwickeln.
Birnbäume im Herbst pflanzen
Auch Birnen eignen sich hervorragend für die Herbstpflanzung.
Allerdings lieben sie Wärme etwas mehr als viele Apfelsorten. Ein sonniger, möglichst geschützter Standort ist daher ideal.
Birnen reagieren außerdem empfindlicher auf dauerhaft nasse Böden.
Geeignete Birnensorten
Conference
Conference zählt zu den bekanntesten Birnensorten und gilt als relativ zuverlässig. Die länglichen Früchte besitzen ein süßes, saftiges Fruchtfleisch.
Williams Christ
Kaum eine Birne besitzt ein derart charakteristisches Aroma. Williams Christ ist saftig, süß und ausgesprochen duftend.
Sie liebt allerdings einen warmen Standort.
Gute Luise
Eine klassische Gartenbirne mit saftigem, süßem Aroma. In geschützten Lagen kann sie eine hervorragende Wahl sein.
Vereinsdechantsbirne
Für Liebhaber besonders aromatischer Tafelbirnen ist sie interessant. Die Früchte können groß werden und besitzen ein feines Fruchtfleisch.
Achtung: Viele Obstbäume brauchen einen Befruchter
Hier steckt einer der häufigsten Planungsfehler.
Ein Baum blüht prächtig, sieht gesund aus – aber Früchte gibt es kaum.
Warum?
Viele Apfel-, Birnen- und Kirschsorten benötigen den Pollen einer genetisch passenden zweiten Sorte.
Dabei reicht es nicht unbedingt, einfach irgendeinen zweiten Obstbaum zu pflanzen. Die Blütezeiten müssen sich überschneiden und die Sorten müssen miteinander kompatibel sein.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb die Frage:
Ist die Sorte selbstfruchtbar oder braucht sie eine Befruchtersorte?
In dicht besiedelten Wohngebieten stehen zwar häufig geeignete Obstbäume in Nachbargärten. Darauf verlassen sollte man sich bei einer gezielten Gartenplanung jedoch nicht unbedingt.
Pflaumen und Zwetschgen – unkomplizierte Herbstkandidaten
Pflaumen und Zwetschgen sind ebenfalls hervorragende Kandidaten für eine Herbstpflanzung.
Viele Sorten gelten als robust und kommen mit mitteleuropäischen Wintern gut zurecht.
Ein sonniger Standort fördert Aroma und Fruchtqualität.
Interessante Sorten
Hauszwetschge
Die klassische Hauszwetschge ist bis heute beliebt. Ihre Früchte eignen sich hervorragend für Kuchen, Mus, Kompott oder zum direkten Naschen.
Hanita
Hanita gilt als ertragreiche Zwetschgensorte mit aromatischen Früchten.
Cacaks Schöne
Eine früh bis mittelfrüh reifende Sorte mit großen Früchten, die sowohl frisch als auch verarbeitet genutzt werden können.
Bühler Frühzwetschge
Eine traditionsreiche Sorte, deren Früchte vergleichsweise früh reifen.
Gerade Zwetschgen sind praktisch, weil verschiedene Sorten selbstfruchtbar oder zumindest weniger kompliziert bei der Befruchtung sein können. Trotzdem sollte man die konkreten Sorteneigenschaften beim Kauf prüfen.
Kirschbäume im Herbst pflanzen
Auch Kirschbäume können nach dem Laubfall sehr gut gepflanzt werden.
Bei ihnen ist ein lockerer, gut durchlässiger Boden besonders wichtig.
Staunässe mögen Kirschen überhaupt nicht.
Süßkirschen
Süßkirschen lieben Wärme und Sonne. Klassische Sorten sind beispielsweise:
- Burlat
- Große Schwarze Knorpelkirsche
- Regina
- Kordia
Besonders Regina und Kordia sind in vielen Gärten beliebt.
Allerdings benötigen zahlreiche Süßkirschsorten eine passende Befruchtersorte.
Sauerkirschen
Sauerkirschen bleiben häufig kleiner und lassen sich dadurch leichter in kompaktere Gärten integrieren.
Bekannte Sorten sind beispielsweise:
- Schattenmorelle
- Morellenfeuer
- Karneol
Einige Sauerkirschsorten sind selbstfruchtbar und damit besonders interessant, wenn nur Platz für einen einzelnen Baum vorhanden ist.
Mirabellen und Renekloden – unterschätzte Gartenschätze
Es muss nicht immer Apfel oder Birne sein.
Mirabellen gehören zu den aromatischsten Früchten, die ein eigener Garten hervorbringen kann.
Besonders bekannt ist die Mirabelle von Nancy. Ihre kleinen gelben Früchte sind süß und aromatisch und eignen sich hervorragend für Kuchen, Marmeladen, Kompott oder einfach direkt vom Baum.
Renekloden wiederum begeistern mit ungewöhnlich saftigem Fruchtfleisch.
Beide gehören zur Pflaumenverwandtschaft und eignen sich in geeigneten Lagen gut für eine Herbstpflanzung.
Was ist mit Pfirsich und Aprikose?
Jetzt wird es etwas kniffliger.
Pfirsiche und Aprikosen sind deutlich wärmeliebender als Äpfel oder Zwetschgen.
In milden Regionen kann auch bei ihnen eine Herbstpflanzung funktionieren. Liegt der Garten allerdings in einer Gegend mit strengen Wintern oder regelmäßigem Spätfrost, ist eine Frühjahrspflanzung häufig vernünftiger.
Der junge Baum bekommt dadurch mehrere Monate Zeit, sich vor seinem ersten Winter zu etablieren.
Geeignete Plätze sind beispielsweise:
- vor einer warmen Südwand,
- in geschützten Innenhöfen,
- an sonnigen Hängen,
- in Regionen mit mildem Weinbauklima.
Besonders Aprikosen reagieren empfindlich auf ungünstige Winterbedingungen.
Der richtige Standort entscheidet über Jahrzehnte
Ein Obstbaum ist keine Sommerblume, die man im nächsten Jahr einfach einen Meter weiter setzt.
Wer heute einen Baum pflanzt, legt seinen Standort möglicherweise für die nächsten 20, 30 oder sogar 50 Jahre fest.
Deshalb lohnt sich eine sorgfältige Planung.
Sonne ist durch kaum etwas zu ersetzen
Die meisten Obstbäume wünschen sich möglichst viel Sonne.
Mehr Sonnenlicht bedeutet häufig:
- bessere Fruchtreife,
- höherer Zuckergehalt,
- intensiveres Aroma,
- trockenere Blätter nach Regen,
- geringeren Krankheitsdruck.
Ein halbschattiger Standort kann bei manchen Arten funktionieren. Für besonders aromatische Früchte ist ein sonniger Platz jedoch meistens die bessere Wahl.
So pflanzen Sie einen Obstbaum im Herbst richtig
Die eigentliche Pflanzung ist kein Hexenwerk. Einige Details machen allerdings einen enormen Unterschied.
1. Pflanzloch großzügig ausheben
Das Pflanzloch sollte deutlich größer als das vorhandene Wurzelsystem beziehungsweise der Wurzelballen sein.
Die Wurzeln dürfen nicht hineingequetscht werden.
Verdichtete Seitenwände sollten etwas aufgelockert werden, damit junge Wurzeln leichter in das angrenzende Erdreich hineinwachsen können.
2. Wurzeln kontrollieren
Bei wurzelnackten Bäumen werden beschädigte oder abgestorbene Wurzelteile sauber entfernt.
Die Wurzeln sollten vor der Pflanzung keinesfalls austrocknen.
Ein vorheriges Wässern kann sinnvoll sein.
3. Baum nicht zu tief setzen
Einer der klassischen Pflanzfehler besteht darin, Obstbäume viel zu tief einzugraben.
Die Veredelungsstelle sollte nach der Pflanzung deutlich oberhalb des Bodens liegen.
Wird der Baum zu tief gesetzt, kann sich seine Entwicklung ungünstig verändern.
4. Pflanzpfahl setzen
Gerade junge Hoch- und Halbstämme brauchen in den ersten Jahren Stabilität.
Der Pfahl wird am besten bereits beim Pflanzen eingeschlagen, damit später keine Wurzeln verletzt werden.
Der Stamm wird mit geeignetem Baumband befestigt.
Wichtig: nicht würgen.
Der Baum soll gehalten werden und darf sich trotzdem leicht bewegen können.
5. Erde auffüllen und vorsichtig antreten
Anschließend wird das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt.
Zwischendurch kann der Baum leicht gerüttelt werden, damit sich Erde zwischen den Wurzeln verteilt.
Danach wird der Boden vorsichtig angedrückt.
6. Gründlich angießen
Auch wenn es im Herbst regnet, gehört kräftiges Angießen zur Pflanzung dazu.
Das Wasser schließt Hohlräume im Boden und sorgt dafür, dass die Erde guten Kontakt zu den Wurzeln bekommt.
Ein Gießrand erleichtert später die Bewässerung.
Sollte Kompost ins Pflanzloch?
Viel hilft viel?
Bei frisch gepflanzten Obstbäumen nicht unbedingt.
Ein Pflanzloch voller hochkonzentriertem Dünger ist keine gute Idee. Junge Wurzeln sollen dazu angeregt werden, in den umliegenden Boden hineinzuwachsen.
Etwas gut verrotteter Kompost kann bei geeigneten Böden sinnvoll sein. Große Mengen frischer organischer Dünger oder stark konzentrierte Mineraldünger gehören jedoch nicht direkt an empfindliche Wurzeln.
Noch wichtiger ist eine gute Bodenstruktur.
Schwere, verdichtete Böden müssen wasserdurchlässiger werden. Sehr sandige Böden profitieren dagegen von einer Verbesserung ihrer Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern.
Wurzelnackter Baum oder Containerbaum?
Im Herbst stehen häufig verschiedene Verkaufsformen zur Auswahl.
Wurzelnackte Obstbäume
Sie werden ohne Topf und weitgehend ohne Erde an den Wurzeln verkauft.
Ihre Vorteile:
- meist günstiger,
- große Sortenauswahl,
- leicht zu transportieren,
- hervorragend für die Pflanzung während der Ruheperiode geeignet.
Der entscheidende Nachteil: Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen.
Containerbäume
Containerpflanzen befinden sich in einem Topf mit durchwurzeltem Substrat.
Sie lassen sich über einen längeren Zeitraum pflanzen, solange der Boden frostfrei ist.
Allerdings sollte man überprüfen, ob die Wurzeln tatsächlich gesund gewachsen sind. Stark kreisende Wurzeln am Topfrand können später Probleme verursachen.
Herbstpflanzung bei kleinen Gärten
Wer nur wenig Platz besitzt, muss auf eigene Äpfel oder Birnen keineswegs verzichten.
Geeignet sind beispielsweise:
- Spindelbäume,
- Buschbäume,
- Säulenobst,
- Obstspaliere,
- schwach wachsende Veredelungsunterlagen.
Vor allem Spalierobst kann erstaunlich platzsparend sein.
An einer sonnigen Hauswand lässt sich beispielsweise ein Birnenbaum fast flächig erziehen. Statt einen großen Teil des Gartens zu beschatten, wächst er entlang eines Gerüstes.
Das sieht nicht nur schön aus, sondern kann zudem ein besonders günstiges Mikroklima schaffen.
Die häufigsten Fehler beim Pflanzen von Obstbäumen
Ein guter Start erspart später jede Menge Ärger.
Zu den typischen Fehlern gehören:
Falsche Baumgröße gewählt
Der niedliche Jungbaum wird unterschätzt und nach Jahren plötzlich viel zu groß.
Befruchtung nicht berücksichtigt
Der Baum blüht, trägt aber kaum Früchte.
Standort zu schattig
Die Ernte bleibt klein und die Früchte entwickeln weniger Aroma.
Staunässe
Die Wurzeln leiden unter Sauerstoffmangel und können faulen.
Veredelungsstelle eingegraben
Der Baum wurde schlicht zu tief gepflanzt.
Nach dem Pflanzen nicht gegossen
Auch bei feuchtem Herbstwetter muss die Erde direkt an den Wurzeln eingeschlämmt werden.
Stammschutz vergessen
In Gegenden mit Wildverbiss können junge Bäume erhebliche Schäden erleiden.
Brauchen frisch gepflanzte Obstbäume Winterschutz?
Robuste Apfel-, Birnen- und Zwetschgensorten benötigen in normalen Lagen meist keinen aufwendigen Winterschutz.
Einige Maßnahmen können trotzdem sinnvoll sein.
Eine Mulchschicht im Bereich der Baumscheibe reduziert starke Temperaturschwankungen und schützt den Boden vor schnellem Austrocknen.
Dabei sollte das Mulchmaterial nicht unmittelbar am Stamm aufgetürmt werden.
In sehr kalten Regionen können empfindlichere Jungbäume zusätzlichen Schutz erhalten.
Noch wichtiger ist der Schutz vor Wildverbiss.
Hasen, Kaninchen und Rehe können junge Rinde erstaunlich schnell beschädigen. Ein Stammschutz oder eine geeignete Drahthose verhindert unangenehme Überraschungen.
Muss ein im Herbst gepflanzter Obstbaum geschnitten werden?
Viele junge Obstbäume erhalten einen sogenannten Pflanzschnitt.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Holz zu entfernen. Vielmehr soll ein sinnvolles Verhältnis zwischen dem reduzierten Wurzelsystem und der vorhandenen Krone hergestellt werden.
Außerdem beginnt bereits jetzt der Aufbau einer stabilen Kronenstruktur.
Wer einen qualitativ hochwertigen Baum in einer Baumschule kauft, kann sich dort direkt zeigen lassen, welche Triebe später als Leittriebe vorgesehen sind.
Gerade bei den ersten Schnitten lohnt sich fachkundiger Rat.
Ein falsch angesetzter Schnitt wächst sich schließlich nicht einfach über Nacht wieder aus.
Welche Sorte passt zu meinem Garten?
Anstatt nur nach dem schönsten Foto auf dem Etikett zu entscheiden, sollten Sie sich vor dem Kauf einige Fragen stellen:
- Wie groß darf der Baum werden?
- Welche Bodenart habe ich?
- Wie sonnig ist der Standort?
- Ist meine Region eher mild oder frostreich?
- Möchte ich früh oder spät ernten?
- Sollen sich die Früchte gut lagern lassen?
- Suche ich Tafelobst oder Früchte zum Backen und Einkochen?
- Benötigt die Sorte einen Bestäuber?
- Welche Krankheiten kommen in meiner Region häufig vor?
- Wie viel Pflege möchte ich investieren?
Vielleicht möchten Sie einen knackigen Apfel direkt vom Baum essen. Vielleicht träumen Sie von Zwetschgenkuchen aus der eigenen Ernte. Oder Sie suchen einen Lagerapfel, der Sie bis weit in den Winter hinein begleitet.
Die „beste“ Sorte gibt es deshalb nicht.
Es gibt nur die Sorte, die besonders gut zu Ihrem Garten und Ihren Vorstellungen passt.
Alte Obstsorten oder moderne Züchtungen?
Auch diese Frage taucht beim Obstbaumkauf häufig auf.
Alte Sorten besitzen teilweise außergewöhnliche Aromen und sind ein wertvoller Bestandteil regionaler Obstkultur.
Moderne Sorten wiederum wurden häufig mit Blick auf Ertrag, Fruchtqualität oder bestimmte Widerstandsfähigkeiten gezüchtet.
Beides kann sinnvoll sein.
Statt sich von romantischen Vorstellungen oder Werbeversprechen leiten zu lassen, sollten Eigenschaften wie Standortansprüche, Krankheitsanfälligkeit, Erntezeit und Lagerfähigkeit entscheidend sein.
Ein robust wachsender Baum, der zu Ihrem Boden passt, bereitet Ihnen langfristig mehr Freude als eine berühmte Sorte am falschen Standort.
Herbst pflanzen, Jahre ernten
Einen Obstbaum zu pflanzen hat etwas Besonderes.
Vielleicht liegt es daran, dass man dabei automatisch weiter vorausdenkt als nur bis zum nächsten Sommer.
Ein Staudenbeet verändert sich schnell. Ein Obstbaum dagegen begleitet einen Garten über viele Jahre hinweg.
Der dünne Stamm, den Sie heute mit beiden Händen umfassen können, spendet vielleicht irgendwann Schatten. Aus wenigen Blüten werden Körbe voller Äpfel. Kinder pflücken Kirschen direkt von den Zweigen. Im Frühjahr summen Bienen in der Krone, während im Herbst reife Früchte unter den Blättern hervorleuchten.
Und all das beginnt mit einem Pflanzloch.
Fazit: Der Herbst ist für viele Obstbäume die beste Pflanzzeit
Wer Obstbäume im Herbst pflanzen möchte, trifft bei robusten Arten häufig eine ausgezeichnete Entscheidung. Apfel, Birne, Zwetschge, Pflaume, Kirsche, Mirabelle und Reneklode können die noch vorhandene Bodenwärme nutzen, erste Feinwurzeln entwickeln und dadurch mit einem deutlichen Vorsprung ins kommende Frühjahr starten.
Besonders wichtig sind allerdings die richtige Sortenwahl, eine passende Veredelungsunterlage und ein geeigneter Standort.
Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Früchte.
Wie groß wird der Baum? Braucht er einen Bestäuber? Verträgt er Ihren Boden? Passt seine Winterhärte zum Klima Ihrer Region?
Wer diese Fragen vor dem Kauf beantwortet, erspart sich später viele Probleme.
Und dann heißt es: Spaten in die Hand, Pflanzloch ausheben und loslegen.
Denn während der Garten im Herbst scheinbar langsam zur Ruhe kommt, beginnt unter der Erde längst die Vorbereitung für etwas Neues. Vielleicht dauert es noch ein paar Jahre bis zur ersten richtig großen Ernte. Doch spätestens dann, wenn der erste selbst gepflückte Apfel knackend auseinanderbricht oder die eigenen Zwetschgen auf dem Kuchen landen, wissen Sie: Dieser Herbstnachmittag mit Spaten, Erde und einem kleinen Baum hat sich gelohnt.

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